Port oder Katheter ist verstopft – was nun?
Ein dauerhafter venöser Zugang kann teilweise (die Infusion läuft nur noch langsam) oder vollständig verschlossen sein; manchmal läuft die Infusion zwar, es lässt sich aber kein Blut zurückziehen. In vielen Fällen steckt eine harmlose, äußere Ursache dahinter – ein Knick, eine geschlossene Klemme oder eine ungünstige Körperhaltung. Wichtig ist: Versuchen Sie nie, einen verstopften Zugang mit Druck freizubekommen. Prüfen Sie nur die äußeren Ursachen und rufen Sie uns an, wenn er verschlossen bleibt.
Mögliche Ursachen
- Der Schlauch ist abgeknickt oder eingeklemmt (z. B. unter Kleidung, Verband oder Körper).
- Eine Klemme oder Rollenklemme am Schlauch ist (versehentlich) geschlossen.
- Ungünstige Körper- oder Armhaltung – manche Zugänge „schlagen ab", wenn der Arm bestimmte Positionen einnimmt.
- Blutrückstau im Katheter, weil nach der letzten Nutzung nicht oder zu spät gespült wurde.
- Ausflockung/Ablagerung von Medikamenten oder Nährlösungen im Katheter (Präzipitat).
- Bei laufender Pumpe meldet sich der Verschluss zusätzlich als Okklusionsalarm.
Schritt für Schritt
- Ruhe bewahren und nichts erzwingen. Manipulieren Sie nicht am Katheter und versuchen Sie nicht, ihn durchzuspülen.
- Den gesamten Schlauchverlauf auf Knicke oder Abklemmungen prüfen und diese vorsichtig lösen – auch unter Verband, Kleidung oder Körper.
- Prüfen, ob alle Klemmen bzw. die Rollenklemme am Schlauch geöffnet sind.
- Pflasterzug lösen und die Arm- bzw. Körperhaltung verändern: Arm heben/senken, Kopf zur Seite drehen, aufsetzen oder umlagern – manchmal gibt der Zugang dann wieder frei.
- Bei laufender Infusionspumpe den Okklusionsalarm beachten und den Schlauch wie oben prüfen (siehe „Infusionspumpe zeigt einen Alarm").
- Lässt sich der Zugang dadurch nicht wieder gängig machen oder bleibt er verschlossen: keine weiteren Versuche – rufen Sie unsere 24/7-Pflege-Rufbereitschaft an.
Spülen Sie einen verstopften Zugang NIEMALS mit Gewalt. Verwenden Sie KEINE kleinen Spritzen – sie erzeugen sehr hohen Druck und können den Katheter zum Platzen bringen oder ein Gerinnsel in die Blutbahn schleudern. Versuchen Sie nicht, „durchzudrücken" oder kräftig zu aspirieren, sofern Sie dafür nicht ausdrücklich von uns geschult sind. Rufen Sie bei einem Verschluss unsere 24/7-Pflege-Rufbereitschaft unter 09135 8535 an. Bei Atemnot, Brustschmerz, Herzrasen, plötzlicher Schwellung oder Schmerzen am Zugang wählen Sie sofort den Notruf 112. Bei Atemnot, starken Schmerzen oder anderen akuten Beschwerden wählen Sie immer zuerst den Notruf 112.
Häufige Fragen
Darf ich meinen Port oder Katheter selbst freispülen?
Nein – außer Sie wurden von uns ausdrücklich dafür geschult und nutzen die vorgegebene Technik. Ein verstopfter zentralvenöser Zugang darf nicht eigenmächtig durchgespült werden. Prüfen Sie nur die äußeren Ursachen (Knick, Klemme, Haltung) und rufen Sie uns an, wenn er verschlossen bleibt.
Warum darf ich keine kleine Spritze zum Spülen nehmen?
Je kleiner die Spritze, desto höher der Druck, den sie erzeugt. Dieser Druck kann den Katheter beschädigen oder zum Platzen bringen und ein Gerinnsel lösen, das in die Blutbahn gelangt. Deshalb gilt: kein Spülen mit Gewalt und keine kleinen Spritzen.
Die Infusionspumpe zeigt „Okklusion" – ist das dasselbe?
Eine Okklusion ist ein Verschluss im System. Oft liegt die Ursache außen (Knick, geschlossene Klemme) und lässt sich leicht beheben – das Vorgehen finden Sie unter „Infusionspumpe zeigt einen Alarm" bzw. bei der Ambix-Pumpe. Bleibt der Alarm bestehen oder ist der Zugang selbst verstopft, kontaktieren Sie uns.
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